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Wappen und ihre Familien

Die polnischen Wappen und ihre Familien.

Abakanowicz, Wappen Abdank

Dieser Artikel enthält alle wichtigen Angaben über das Wappen der Familie Abakanowicz des Wappens Abdank sowie deren Wappengenossen,  von den Anfängen des Wappens Abdank bis hin zur Neuzeit, dessen Entstehung, Entwicklung und Beschreibung. Es benennt die adligen polnischen Familien, ihre Herkunft und Auftreten teils in Deutscher, teils in Polnischer Sprache. Behandelt wird das polnischen Stammwappen, das aus der Zeit der Piasten und der Jagiellonen bis 1500 bekannt geworden ist, bis zum heutigen Zeitpunkt..

Die alten polnischen Stammwappen bildeten in ihrer unverändert gebliebenen Form ein Kennzeichen der Zusammengehörigkeit der oft zerstreut lebenden Zweige eines Geschlechts und ein Unterscheidungszeichen von anderen, ein anderes Wappen führenden gleichnamigen Geschlechtern. Beim polnischen Uradel liegt die Entstehung des Wappens meist in tiefem Dunkel.

Der Stifter wählte das Motiv des Wappens, sei es aus dem religiösen oder aus dem ritterlichen Leben, wie auch aus dem ritterlichen Frauendienst, oder er wählte sonst ein Zeichen, das ihm die Erinnerung an ein ihn betreffendes, öffentliches oder in seinem privaten Leben bedeutungsvolles Ereignis bewahren sollte; eine Deutung hat sich durch kein Schriftstück, meist nur durch eine oft sagenhafte Deutung in der Familie erhalten. Im alten Polen bildeten sich keine Heroldsfiguren in den Wappen aus; diese haben sich also in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten und waren auch keinen heraldischen Regeln unterworfen.

Das Wappenbild im farbigen ungeteiltem Schildfelde und der Helmschmuck bildeten das Wappen. Helmdecken und Schildhalter gehörten nicht zu diesem und waren nur eine vom Ausland angenommene, ganz bedeutungslose Nebensache. Die Kenntnisse über die polnischen Adelswappen erweiterte sich nur allmählich. Dlugosz, der erste heraldische Schriftsteller Polens, gab in seinem Traktat " Insignia seu Clenodia regni Poloniae (geschrieben 1466 - 70) Nachricht über 103 Wappen, von denen etwa 50 beschrieben waren. Kromer (gestorben 1569) erwähnte 115 Wappen; Paprocki(gestorben 1614), gab in seinen Hauptwerken 1578 und 1584 schon Nachricht über 220 Wappen. Okolski (gestorben 1654) brachte die Zahl bis auf 290. Konopacki hinterließ ein Manuskript über die preußischen und Kolajowicz (gestorben 1674) über die litauischen Wappen. Aus diesen Schriftstellern schöpfte Niesiecki (gestorben 1739) und beschrieb etwa 500 Wappen.

Nach diesem schreiben über Familien und Wappen noch: Dunczewski, Warszyckl, Kuropatnicki, Krasicki, Malachowski und Wieladek. Was die letztgenannten brachten, benutzte Bobrowicz um in seiner Neuausgabe (1839 - 46) des Werkes von Niesiecki, kritisierende, berichtigende und vervollständigende Zusätze zu machen. Der Historiker Lelewel verfasste in dieser Neuausgabe Niesiecki's Abhandlungen über die Entstehung und Entwicklung des polnischen Adels- und Wappenwesens. Besonders wichtig sind noch folgende Werke von Sinapius über Schlesien, von Milewski über Masowien, Ketrzynski über Preußen, Borkowski über Galizien, Zychlinski über Großpolen und von Piekosinski "Die polnische Ritterschaft des Mittelalters" und von Malecki "Heraldische Studien." Erklärend muss noch erwähnt werden, dass in Polen bis zu mehreren hundert unterschiedliche und verschiedenartige Familien dasselbe Wappen führen konnte. Diese Verbindung nannte man eine Wappengenossenschaft. Das polnische Wort für Wappen lautet "Herb = Erbe", abgekürzt h.

Es wurde Wert darauf gelegt, dass die gotische Darstellung bzw. Abbildung des Wappens Adank bevorzugt wurde, da auch das Wappen manchmal im Laufe der Zeit modifiziert wurde. Die Schreibweisen einiger adliger polnischer Namen können sich im Laufe der Zeit ebenfalls mehrmals geändert haben. Das gilt vor allem für die Familien, die später im, deutschen Adel Aufnahme fanden. Die diakritischen Zeichen konnten in der deutschen Rechtschreibung  nicht immer Aufnahme finden.

Das polnische Alphabet enthält durch die verschiedensten diakritischen Zeichen mehr Buchstaben, als das deutsche Alphabet. Es wäre natürlich historisch korrekter gewesen, die Adelsfamilien gemäß der Reihenfolge und Stellung der Buchstaben im polnischen Alphabet aufzuführen. Dies hätte jedoch zu der Schwierigkeit geführt, dass man polnisches und deutsches Alphabet in der Buchstabenreihenfolge beider Alphabete hätte verwenden müssen, was aber zum Beispiel beim erfassen des Namenregisters wegen der Buchstabenwertigkeit zu Problemen geführt hätte.

So sind die Namen in erster Linie nach der Reihenfolge bzw. Buchstabenfolge des deutschen Alphabets aufgebaut, was dessen Inhalt und Aussagekraft aber keinen Abbruch tut, da auf jeder Seite der deutschen Schreibweise des polnischen Namens, auch die jeweils korrekte polnische Schreibweise folgt, sofern dies überhaupt notwendig ist, wegen der vielfach gleichen Schreibweise im Deutsche sowohl auch Polnischen. Auch auf den Seiten der Wappenabbildungen erscheinen die Wappennamen auf beide Schreibweisen. So wird er Text deutschen und auch polnischen Lesern gerecht. Dieses Buch führt von den Anfängen des polnischen Fürstentums bzw. Königreichs bis zur Neuzeit.

Nachstehend werden nun zuerst die alten polnischen Stammwappen, die aus der Zeit der Piasten und aus der Zeit der Jagiellonen bis 1500 bekannt geworden sind, - dann die später hinzugekommenen Wappen behandelt.


Abakanowicz, Wappen Abdank

Die Familie Abakanowicz gehört zum Wappen Abdank, einer polnischen Adelsfamilie tatarischen Ursprungs, ein Zweig der Familie Krzeczowski. Die Familie trägt den Beinamen Jurewicz.

Der Ahne der Familie war Abul Abbas Fursowicz Krzeczowski, erwähnt, in den Jahren 1565 und 1569. Seine Söhne waren Joseph, Suliman, Achmeć Elias und Abbas-Kanowicze, erwähnt im königlichen Privileg von 1631.

Janusz Achmecia Sohn hieß Abakanowicz, er wiederum war der Sohn von Janusz Jerzy. Es wird angenommen, dass George getauft wurde, weil seit der Zeit seines Sohnes George Jurewicz Abakanowicz, der Erbe des Gutes Podruksze-Lachowszczyzna, die Familie in den Quellen als katholisch erscheint.

Die Adligen Georg und Adam Abakanowicz unterzeichneten ein Manifest im Jahre 1763 als  Adlige der Region Vilnius.

Es wurden Im Buch der edlen Provinz Kaunas im Jahre 1849 und 1860 aufgenommen, Michael, Ignatius und Johann Casimir als Söhne, und als Enkel Georg, der Erbe des Gutes Podruksze-Lachowszczyzna.


Beschreibung des Wappens Abdank:

In rotem Felde ein schwebender silberner Balken, der in Form eines W gebrochen ist. Helmschmuck: ein gleicher Balken. Der Ursprung dieses Wappens wird legendenhaft in die Zeit des Fürsten Kraus (um 700) zurückgeführt und darüber wird gesagt: Ein einfacher Mann Namens Skuba habe dem Fürsten Kraus das Mittel angegeben, den in einer Höhle des Schlossberges Wandel zu Krakau hausenden und die Umgehend verheerenden Drachen zu töten, und habe dafür von dem Fürsten ein W, als den ersten Buchstaben von Wawel, oder von Waz (die Schlange) als Wappen erhalten.

Nach diesem ersten Besitzer wurde das Wappen Skuba genannt. Dann wird gesagt, es sei dieses Wappen einem tapferen Mann Skuba verliehen worden, der unter den Augen des Fürsten einen kräftigen Deutschen mutvoll besiegt habe, wohl in früher heidnischer Zeit. Es muss hierzu jedoch bemerkt werden, dass es in der heidnischen Zeit in Polen noch keine persönlichen Wappen gab, ebensowenig hatten die Slawen zur Zeit des Krakus eine Schriftsprache, kannten also noch kein W. Es ist wohl richtiger, dass dieses Wappen ein altes Feldzeichen war und dass das Wappenbild einen Schließriegel darstellen soll, wie er in frühesten Zeiten an den Türen hing, um diese er-forderlichenfalls durch Eingreifen der Zähne des Riegels zu schließen; auch zum Verschließen von Kasten hatten die Schlüssel eine gezahnte Gestalt. Beachtet man, dass ein solcher Riegel im polnischen Skobel, auch Skubel heißt, so lässt sich daraus der Name Skuba ableiten, den das Wappen früher führte. König Boleslaw III. Sendete 1109 vor der Schlacht auf dem Hundsfeld, den Jan Skuba de Gora zu dem Kaiser Heinrich V., um ihm einen Frieden anzubieten.

Der Kaiser erklärte, auf einen solchen unter der Bedingung einzugehen, wenn die Polen sich für ewige Zeiten lehnspflichtig unterwerfen würden, und um seinen Worten Nachdruck zu geben, zeigte er dem Gesandten einen offenen, gefüllten Schatzkasten und sprach, auf das Geld weisend: »Dieses wird die Polen bezwingen! « Diese höhnenden Worte trafen empfindlich den Polen, er zog seinen Ring mit dem Wappen Skuba vom Finger und warf ihn mit den Worten: »So geben wir noch Gold zum Golde !« in den Schatzkasten, um dadurch anzudeuten, dass Gold, soviel es auch sei, die Polen nicht bezwingen könne. Der Kaiser, diese Antwort verstehend, bemäntelte seinen Unmut durch eine gewisse Leutseligkeit und sagte kurz: » Hab Dank! «.

Von dieser Zeit ab wurde das Wappen Habdank genannt, woraus in polnischer Aussprache Abdank wurde Man findet auch mitunter die verstümmelten Benennungen Awdancz und Gewdancz. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde Jan Skuba vom Könige fortan S k a r b e k (von skarb, der Schatz) genannt, welcher Name nun sein Familienname, ebenso auch Name des Wappens wurde. Der Sitz des Wappenstammes war in der Wojewodschaft Krakau. Aus diesem Wappen entstand durch Vermehrung das Wappen Syrokomla. Das Wappen Abdank führen die adligen polnischen Familien:

Ablamowic, Abramowicz, Ankwitz, Bardzinski, Beszewski, Beynart Bialobrzeski, Bialopiotrowicz, Bialoskorski, Bielinski, Bogucki, Boguslawski, Bolinski, Borowski, Borzykowski, Borzyminski, Borzymski, Bram, Buczacki, Budziszewski, Bystrzejowski, Byszowski, Ceklinski, Celinski, Chalecki, Chamiec, Chojenski, Chorynski, Chorzewski, Cieklinski, Cielinski, Cieglinski, Czachorowski, Czachorski, Czahorski, Dzarkowski, Czelatycki, Czeschaw, Dabrowski, Debinski, Dloto, Doboszynski, Dolinianski, Dowgialo, Dowgialowicz, Dunikowski, Dworakowski, Eygird, Gambarzowski, Gastold, Gembarzewski, Gorski, Grocholski, Hankiewicz, Haraburda, Hromyka, Ilgowski, Jankiewicz, Jankwicz, Jazlowiecki, JedIenski, Jugoszewski, Jurkowski, Kaczycki, Kaimir, Karnicki, Karski, Kazimir, Kietczewski, Klonowski, Kobylinski, Kolaczkowski, Konarski, Koplewski, Korzybski, Kossowski, Kowalski, Kozietulski, Kozubski, Krobanowski, Kruszewski, Krzywinski, Kunicki, Leszczynski, Lewikowski, Lidzbinski, Lipski, Lubianski, Lasicki, Lubnicki, Machowski, Magnuski, Malezewski, Malechowski, Mianowski, Mieczykowski, Mikolajewski, Milewski, Milkowski, Mlynkowski, Narbut, Obornicki, Oborski, Odechowski, Oporowski, Orlikowski, Ossowski, Paliszewski, Pekostawski, Piotraszewski, Piotrowski, Piwka, Pniowski, Pomorski, Posadowski, Probolowski, Przeborowski, Przezwicki, Psarski, Puczniewski, Pukoszek, Radohski, Radunski, Radzanowski, Radziatkowski, Rajmir, Razek, Regowski, Rekowski, Rogowski, Rogozinski, Roguski, Rohozinski, Rokuc, Rudgki, Salawa, Sczyjenski, Skarbek, Skoraszewski, Skoroszewski, Skuba, SIaka, Slomka, Slomowski, Slomski, Stysz, Sokulski, Starosiedliski, Starosielski, Starski, Suchodolski, Swoszowski, Szepig, Szuk, Tafilowski, Telszewski, Toczylowski, Toczynski, Toczyski, Traczewski, Trzebinski, Tworowski, Tworzyanski, Ustarbowski, Warakowski, Warszycki, Wat, Wazynski, Widawski, Wielobycki, Wigerski, Wiszowaty, Wojenkowski, Wojewodzki, Wolczek, Wolynski, Woszczynski, Woyczynski, Wyhowski, Zawadzki, Zytynski.

Verändert führen das Wappen die Ustarbowski, Labianski und Wiserski: über dem Abdank ein goldnes Doppelkreuz, über diesem ein Stern; Helmschmuck: drei Straußenfedern, die Machowski, Buczacki und Jaztowiecki: der Helmschmuck ist ein halbaufwachsender Löwe, der das Abdank-Wappenbild in den Pranken hält; diesen Helmschmuck erhielt Mikolaj Machowski von dem Kaiser Karl für Auszeichnung gegen die Türken, die Chalecki: das Abdank-Zeichen ist oben besetzt mit einer Pfeilspitze, Helmschmuck ist ein Geierflügel, von links nach rechts von einem Pfeil durchschossen, die Jlgowski und Karnicki.

Das Abdank-- Zeichen ist oben besetzt mit einem mit der Spitze nach oben gerichteten silbernen, ungefiederten Pfeil, dessen Schaft in der Mitte von einem goldnen Ringe umgeben ist, Helmschmuck sind drei Straußenfedern, die Vermehrung durch Pfeil und Ring erhielt ein Jlgowski von dem polnischen König bei einem Ringschießen in Breslau, wo er seinen Pfeil durch den in die Luft geworfenen Ring schoss; dieses neue Wappen wird nach ihm Jlgowski genannt, die Eygird: Feld silbern, der Balken rot, belegt mit senkrecht gestürztem Schwert.

© Zurek & Cunow

 

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Werner Zurek & Cunow Martin