Wappenkunde
Adelsmatrikel
Die Adelsmatrikel war in
den europäischen Ländern ein von besonderen Behörden geführtes Adelsverzeichnis.
Die Eintragung in ihr war für die Adelsfamilien notwendig, um als
vollberechtigtes Mitglied des örtlichen Adels anerkannt zu werden. Ein Großteil
der Est- und Livländischen Adligen wurde im 16.–17. Jahrhundert von den
polnischen und schwedischen Königen in den Adelsstand erhoben, doch wurde nur
ein kleiner Teil der Personen, die von den schwedischen Königen geadelt worden
waren und das Adelswappen erworben hatten, in die Adelsmatrikel des Stockholmer
Ritterhauses aufgenommen.
Im Baltikum erfolgte
nach dem Livländischen Krieg keine formale Aufnahme in die Ritterschaft. Zuerst
wurde die Adelsmatrikel in Kurland eingeführt, deren Einrichtung wurde im Jahre
1617 in Angriff genommen und die Matrikel konnte im Jahre 1634 vollendet werden.
In ungeordneten Verhältnissen nach dem Großen Nordischen Krieg galt es
festzuhalten, wer sind Adlige und welches sind ihre Rechte. In Russland wurden
zwei Behörden, die für die Heraldik zuständig waren, gegründet: am 12. Januar
1722 das Kontor des Heroldmeisters und danach die Kanzlei des Heroldmeisters.
Zu Beginn des 18.
Jahrhunderts war in Russland eine Multinationalisierung des Adels zu
verzeichnen. Der Adel der baltischen Gouvernements, die an Russland angegliedert
worden waren, brauchte die Anerkennung seiner Adelsrechte und -diplome, dem die
Bestätigung und Ausstellung der russischen Adelsdiplome und -wappen folgte. In
erster Linie waren davon die Anwärter auf Fürsten-, Grafen- und Baronentitel
sowie die Erwerber dieser Titel betroffen. Im Jahre 1728 stellte die
Estländische Ritterschaft dem Departement des Senats für Heraldik einen Antrag
auf die Einrichtung einer Adelsmatrikel. Die hiesigen Adelsgeschlechter waren
bis zum Jahre 1741 nicht in der Adelsmatrikel eingetragen, als der Führer der
Estländischen Ritterschaft Jacob Johan von Tiesenhausen auf dem Landtag den
Vorschlag unterbreitete, eine Matrikelkommission zu errichten.
Im Jahre 1745 wurde mit
der Einrichtung der Estländischen Adelsmatrikel (Ritterbank) begonnen,
womit eine klare Trennungslinie zwischen dem immatrikulierten und nicht
immatrikulierten Adel gezogen wurde. Die Angehörigen des Letzteren wurden als
Landsassen bezeichnet. Zu der jüngst errichteten Matrikelkommission, die unter
der Leitung Friedrichs Freiherrn von Stackelberg stand, gehörten zwei Deputierte
aus jedem Landkreis. Alle Personen, die Antrag gestellt hatten, in die
Adelsmatrikel aufgenommen zu werden, mussten ihre adelige Herkunft nachweisen.
Die ersten Eintragungen in der Adelsmatrikel der Estländischen Ritterschaft
wurden im Jahre 1745 vorgenommen, doch konnte die Matrikel erst im Jahre 1756
vollendet werden. Auf Grund des von der Kaiserin Katharina II. erlassenen
Manifests vom 31. März 1786 wurden nur die zum Geburtsadel gehörenden
Geschlechter, die lange Zeit im Ort ansässig gewesen waren, in die Adelsmatrikel
eingetragen und somit als Adlige immatrikuliert.
Die Adligen, die zur
Estländischen Ritterschaft gehörten, waren in drei Klassen eingeteilt: Zur I.
Klasse gehörten die Personen, die den Adelstitel und das Adelswappen vor dem
Jahre 1561 erworben hatten und seitdem mit dem Land verbunden gewesen waren; zur
II. Klasse gehörten die Personen, die den Adelstitel während der schwedischen
Herrschaft (1561–1710) erworben hatten; zur III. Klasse gehörten die Personen,
die den Adelstitel während der russischen Herrschaft bis 1882 erworben hatten.
Zu den Hauptpflichten des immatrikulierten Adels zählte die Verpflichtung, an
der Arbeit des Landtages teilzunehmen. In Estland fehlte der Hochadel und ein
Großteil der den Adelsgeschlechtern verliehenen Titel, die in erster Linie durch
den Dienst erworben worden waren, war relativ späten Datums.
Im 18. Jahrhundert
machten den Großteil der Titel die Barone bzw. Freiherren aus, je nachdem, von
wem der Titel erworben worden war. Nach Angaben der Adelsmatrikel von 1826 wurde
von 24 immatrikulierten Geschlechtern oder deren Linien der Baronen- bzw.
Freiherrntitel geführt. Den Grafentitel führten 14 Geschlechter, von denen nur
acht tatsächlich mit dem Land verbunden waren (Manteuffel, Mellin, Rehbinder,
Stackelberg, Tiesenhausen, Igelström, Nieroth und Stenbock), die übrigen waren
als russische Hochadlige ehrenhalber immatrikuliert worden. Es war den
baltischen Adligen erlaubt, außer dem russischen Kaiser auch den anderen
Monarchen zu dienen.
Die zur Livländischen
Ritterschaft gehörenden Adligen sind nach den folgenden Perioden eingeteilt: die
Zeit des Ordens und der Bischöfe (bis 1561); die Zeit der polnischen Herrschaft
(1561–1629); die Zeit der schwedischen Herrschaft (1629–1710); die Zeit der
russischen Herrschaft (bis zum Jahre 1882).
Die Personen, die zur
Öselschen Ritterschaft gehörten, waren nicht in die Klassen eingeteilt.
Der Ukas des Senats vom
7. März 1833 über die Rechte der Adligen der baltischen Gouvernements, die
Anwartschaft auf den Baronen- und Grafentitel anzumelden, regelte in Anlehnung
auf die Verordnung des Komitees der Minister vom 18. November 1830 Folgendes:
1) den Baronen- bzw.
Grafentitel dürfen nur diejenigen alten Adelsgeschlechter der baltischen Länder
führen, die bereits vor der Angliederung an Russland in die Adelsmatrikel
eingetragen worden waren oder aus der früheren Zeit ein Diplom über die
Verleihung des Freiherrn- bzw. Grafentitel besaßen;
2) allen anderen, die
nicht zu den alten Adelsgeschlechter gehörten und bisher den Baronentitel
getragen hatten, dessen Rechtmäßigkeit sie jedoch nicht beweisen konnten, wurde
die Führung des Titels untersagt;
3) zum Nachweis des
Grafentitels mussten schriftliche Urkunden vorgelegt werden.
Wappentypen
verschiedener Stilepochen
(Es wird referiert Georg
Wrangells Manuskript “Notizen über die in Reval vorhandenen oder in Reproduktion
zugänglichen Wappentypen verschiedener Stylepochen”, 16. März 1921; EAA, Bestand
854, Findbuch 1, Akte 907.)
Die ältesten Wappen sind im gotischen Stil
ausgeführt. In den Beständen des Estnischen Historischen Archivs liegen aus
dieser Periode keine Wappenzeichnungen vor. Das älteste Wappen, das den
gotischen Stil vertritt, befindet sich auf dem Siegel des Ordensmeisters des
Schwertbrüderordens, das in den Jahren 1221–1232 verwendet wurde (EAA, Bestand
2069, Findbuch 3, Akte 7). Die Beispiele für die Wappen im hoch- und
spätgotischen Stil findet man auch auf den anderen Siegeln: auf demjenigen des
Johannes de Loisen aus dem Jahre 1277 (EAA 2069-3-345), des Johannes Wytten
(Witt) – 1383 (EAA 2069-3-515), des Goswin von der Pahle – 1428 (EAA 2069-3-
367) und des Kersten Tiesenhausen – 1522 (EAA 2069-3-436).
Als Zeit des Übergangs vom gotischen Stil
zum Renaissancestil in der Wappenkunst gilt die erste Hälfte des 16.
Jahrhunderts. Der Wappenschild nahm eine kompliziertere Gestalt an, der Helm
wurde kunstvoll stilisiert und erhielt eine elegantere Form als im gotischen
Stil. Die großen Künstler des 16. Jahrhunderts wie Albrecht Dürer, Hans Holbein
u.a. haben die schönsten Wappenbilder Europas gezeichnet. In den Beständen des
Estnischen Historischen Archivs sind die hervorragendsten Beispiele dieses Stils
die in den Adelsdiplomen Hans Wartmanns und Jacob Römlingens befindlichen
Wappenzeichnungen. Die Erstere davon stammt aus dem Jahre 1585 und befindet sich
im Archiv der Estländischen Ritterschaft (EAA 854-2-328), die Letztere, aus dem
Jahre 1594, im Archiv der Öselschen Ritterschaft (EAA 957-1-19).
Im Laufe des 17. Jahrhunderts fand auch in der
Wappenkunst ein Übergang vom Renaissancestil zum Barockstil statt. Der
Übergang erfolgte jedoch allmählich und war nicht so deutlich erkennbar wie der
Übergang vom gotischen Stil zum Renaissancestil. In künstlerischer Hinsicht
erfuhr die größte Änderung das am Helm angebrachte Zubehör, insbesondere der zum
Helm gehörende zackige Wappenmantel. Im Estnischen Historischen Archiv, im
Archiv der Estländischen Ritterschaft werden die Adelsdiplome, die mit den im
Barockstil ausgeführten Wappenzeichnungen verziert sind, aufbewahrt: dasjenige
des Georg Schwengelm aus dem Jahre 1631 (EAA 854-2-331), des Johann Herman von
Tiepenbruck – 1652 (EAA 854-2- 332), der Familie von Helffreich – aus den 1680er
Jahren (EAA 854-2-335), des Dietrich Hassenkrugh –1681 (EAA 854-2-336) und des
Herman Brevern – 1694 (EAA 854-2-338). Auch die im Freiherrndiplom, das im Jahre
1727 vom schwedischen König an Brendt Otto von Stackelberg (EAA 1862-4-92)
verliehen wurde und im Archiv der Familie Stackelberg aufbewahrt wird,
befindliche Wappenzeichnung sollte dem Barockstil zugeordnet werden.
Der Rokokostil herrschte in Europa in
den Jahren 1730–1780 vor, die größte Verbreitung fand dieser durch die elegante
Grazie gekennzeichnete Stil in Deutschland. Die bestechendsten Beispiele des
Rokoko sind die von den Kaisern des Heiligen Römischen Reiches der Deutschen
Nation ausgestellten Diplome über die Verleihung des Titels des Reichsadels an
Friedrich von Emme im Jahre 1764 (EAA 854-2-343), an Gustav Otto von Riesenkampf
im Jahre 1780 (EAA 854-2-345), an Georg Wilhelm Wendrich im Jahre 1785 und an
Otto Magnus von Rehbinder im Jahre 1787 (EAA 854-2-346, 347), die im Archiv der
Estländischen Ritterschaft aufbewahrt werden.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
erlebte die Wappenkunst einen Tiefstand, das Wappenbild wurde stil- und
geschmacklos.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
zeichnete sich in der Wappenkunst eine große Wende ab, sie begann sich wieder
für ihre Wurzeln zu interessieren. Außer der modernen Wappenkunst kehrte man zu
den früheren Stilen zurück. In dieser Periode war einer der bekanntesten
Wappenzeichner in Reval/Tallinn R. von Hesse, von dem gezeichnete Wappenbilder
stil- und geschmackvoll waren.
Wappen
Wappenschild
Ab dem 17. Jahrhundert
wurden die Schildtypen je nach den heraldischen Richtungen wie folgt eingeteilt:
dreieckig – der warjagische, oval – der italienische, das Viereck mit gewölbtem
Unterteil – der spanische, das Viereck mit spitzem Unterteil – der französische
und figural – der deutsche Schild. Der Schild konnte ein Feld haben oder in
mehrere Felder aufgeteilt sein, am häufigsten senkrecht in zwei, waagerecht in
zwei, diagonal in zwei oder vier Felder.
Die Teilung des
Wappenschildes in die rechte und linke Seite wurde dem Gesichtspunkt des
Schildträgers entnommen. Die Felder des in vier Teile aufgeteilten Wappens
wurden von rechts nach links benannt. Bei mehrschichtigen Wappenschildern ist
der große Schild bzw. Rückenschild aufgeteilt und darauf befindet sich der
kleine Wappenschild bzw. Herzschild mit dem Familienwappen.
Farben und Metalle
In der Heraldik fanden ursprünglich nur vier
Farben als Grundfarben Verwendung: Rot, Blau, Grün und Schwarz. Das werden
heraldische Farben bzw. Tinkturen genannt.
Als Metalle wurden Gold und Silber verwendet.
Es wurde die Regel beachtet, dass Farbe nicht auf Farbe und Metall nicht auf
Metall zu stehen kommen darf.
Rote Farbe geht zurück auf die um den Hals und
an den Ärmeln der Kleidung des Kreuzritters angebrachten Verzierungen, die aus
rot gefärbtem Pelz angefertigt waren. Rot war die Farbe des Mars und
symbolisierte Liebe, Tapferkeit und Mut.
Blau war die Farbe des Jupiters und damit
wurden zielsicheres Vorgehen, Ehrlichkeit, Treue und Tadellosigkeit
symbolisiert.
Weiß wurde mit Silber gleichgesetzt, sein
Planet war der Mond und es symbolisierte Reinheit, Hoffnung, Unschuld und
Erhabenheit.
Schwarz war die Farbe des Saturns und
symbolisierte Vorsicht, Klugheit und Bereitschaft, die Herausforderungen
anzunehmen.
Gold bzw. Gelb waren die Farben der Sonne und
symbolisierten Glauben, Gerechtigkeit, Großmütigkeit und Macht.
Grün, das auf den westeuropäischen Wappen
selten vorkam, war die Farbe der Venus und symbolisierte Hoffnung, Freiheit und
Freude.
Die andere Farbe, die auf den Wappen selten
Verwendung fand, war Purpur, dessen Planet der Merkur war und womit
Verständigkeit, Freigebigkeit und die höchste Macht symbolisiert wurden.
Orange wurde vorwiegend in England verwendet.
Die heraldischen Pelzwerke Hermelin und Feh
waren die Symbole der Reinheit.
Durch die vier Grundfarben und Metalle wurden
die Regeln der heraldischen Kunst festgelegt. So etwa durften die Wappenkünstler
ursprünglich nicht die natürlichen Farben der Figuren verwenden. So waren die
Hirsche und Hunde zunächst schwarz oder rot, die Löwen golden oder rot, die
Rosen grellrot, die Köpfe der Menschen rot oder silbern. Die Letzteren begann
man in späterer Zeit jedoch in natürlichen Farben abzubilden.
Figuren
Die Figuren wurden in heraldische Figuren bzw.
Heroldsbilder und unheraldische Figuren bzw. gemeine Figuren geteilt. Die große
Anzahl der Heroldsbilder ist Ehrfurcht erweckend und für jedes Heroldsbild gab
es sowohl in der deutschen wie auch in der französichen Heraldik einen eigenen
heraldischen Terminus, zum Beispiel Pfahl (pal), Balken (fasce),
Sparren (chevron) u.a.
Gemeine Figuren wurden geteilt in
natürliche Figuren bzw. in Gegenstände aus der Natur (figures naturelles);
in künstliche Figuren, die durch menschliche Arbeit erzeugt wurden (figures
artificielles); in erdichtete Figuren (figures chimériques).
Natürliche Figuren – Tiere, Pflanzen,
Erdboden (Erde) oder Himmelskörper.
a) Menschen – Männer, Frauen, Mönche, Ritter,
Könige, Narren; Köpfe des Menschen; Hand – Gottes Hand, Ritters Hand im
Harnisch; Fuß.
b) Tiere – es wird entweder das Tier oder der
Vogel als Ganzes, der Kopf des Tieres oder Vogels, die Pranke des Tieres oder
der Fuß bzw. der Flügel des Vogels abgebildet. Die beliebtesten Tiere in der
Heraldik sind der Löwe und der Leopard und der beliebteste Vogel der Adler – sie
alle symbolisierten Kraft, Tapferkeit, Großmütigkeit, Kühnheit und Mut. Häufig
werden auf den Wappen auch der laufende Hirsch bzw. der Hirschkopf, das
Wildschwein in Kampfstellung; der stehende Bär bzw. der Bärenkopf sowie der
Steinbock dargestellt. Die Figuren sind in möglichst natürlichen heraldischen
Farben gehalten. Von den Haustieren wurden am häufigsten der Hund, der Stier und
das Schaf abgebildet. Als Symbol des Kampfes und der Schlacht diente der Hahn,
dessen gehobener Fuß ein Zeichen der Kampfbereitschaft war. Darüber hinaus
wurden noch der Pfau, der schwarze Rabe (mitunter auch die Krähe), der Reiher,
der Pelikan u.a. abgebildet.
c) Neben den Tieren oder Vögeln wurden auch
Insekten, Fische und Pflanzen dargestellt. Von den Insekten symbolisierte die
Ameise Arbeitsamkeit und der Schmetterling Unbeständigkeit und Leichtsinn.
Verschiedene Kriechtiere bezeichneten die Ewigkeit. Die Tiere wurden in
bestimmten Posen und Farben abgebildet, indem jedem eine bestimmte Bedeutung und
Bezeichnung zugeschrieben wurde.
d) Von den Pflanzen wurden am häufigsten die
Bäume (Eiche, Fichte) und die Blätter (Linde, Lorbeer, Klee) dargestellt. Von
den Blumen fanden die Rose und die Lilie als heraldische Figuren Verwendung.
e) Von den Himmelskörpern war an erster Stelle
die Sonne, die den Wohlstand symbolisierte, und immer als ein von goldenen
Strahlen umgebenes Gesicht dargestellt wurde. Der Mond dagegen wurde immer weiß
und gesichtslos abgebildet. Die Sterne unterschieden sich voneinander durch die
Farbe und die Zahl der Ecken. Darüber hinaus wurden auf den Wappen die Wolken,
das Feuer und das Wasser dargestellt.
Künstliche Figuren – künstlerische und
handwerkliche Gegenstände: Waffen, Bauwerke, Kirchen, Werkzeuge, Räder,
Gebrauchsgegenstände u.a.
Fantastische bzw. erdichtete Figuren
– die Ungeheuer oder Fabelwesen, die vorwiegend der Mythologie entnommen wurden:
Greife, Drachen, Zentauren, Einhörner, Sirenen u.a.
Von ihrer inhaltlichen Bedeutung her
symbolisierte der Palmzweig die Treue; die Taube die Reinheit, die Liebe und den
Frieden; das Schiff allegorisch das irdische und ewige Leben; die Füße und
Fußspuren des Menschen vergangenes Leben; das Haus den Verlauf des Lebens; die
mit sechs Löchern versehene Schilfrohrflöte die Hoffnung, der Baum das Paradies;
der Phönix die Erweckung von den Toten; der Ölbaumzweig den Frieden; der Hahn
das Licht und die Sonne; der Pfau die Unsterblichkeit; der Löwe einen starken
und aufmerksamen Wächter usw.
Helm
Der obere Teil des Wappens wird durch einen
Schutzhelm ergänzt, der sowohl mit geschlossenem wie auch geöffnetem Visier
dargestellt wurde. Auf den Wappen der Damen wurde der Helm in der Regel nicht
verwendet, da es sich um ein Attribut des Militärwesens handelte. Die Helme
wurden mit verschiedenen Kleinoden von den Federn bis allen möglichen Elementen,
die auf dem Wappen vorkamen, verziert.
Helmkrone
Um die Bedeutung seiner Herkunft unter den
anderen Wappeninhabern hervorzuheben, begannen sowohl Könige, Fürsten, Grafen
wie auch Adlige ab dem 15. Jahrhundert ihren Schutzhelm zu krönen. Nach ihrem
Wert und ihrer Darstellungsweise teilten sich die Kronen in entsprechende
Rangkronen.
Schildhalter
Als Schildhalter wurden die dem Zeitalter
eigentümlichen Figuren verwendet, ursprünglich am häufigsten Löwen, Leoparden,
Adler, Pferde, Greife und Einhörner, später Ritter, Soldaten u.a. menschliche
Figuren.
© Zurek & Cunow
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